Veröffentlicht am: 19.02.2016

Konfirmation – lohnt sich das heute noch?

Konfirmation – lohnt sich das heute noch?

In der Zeit seit 1960 verbucht die Kirche immer mehr Austritte, das hat zum einen mit der Gesetzgebung zu tun, zum anderen aber auch mit der Stellung der Kirche im Alltag.

Mittlerweile spielt Kirche für viele nur noch eine geringe Rolle im eigenen Leben, oftmals wird der Gottesdienst auch nur noch zu besonderen kirchlichen Feiertagen besucht. Daher ist die Frage, ob sich eine Konfirmation für Ihr Kind lohnt heute allgegenwertig. Viele Kinder werden zwar noch getauft, doch oftmals verläuft sich der Kontakt mit dem christlichen Glauben dann mit der Zeit und beschränkt sich nur noch auf den Religionsunterricht. Es stellt sich die Frage, was Konfirmation bedeutet. Die Konfirmation ist die vollständige Aufnahme in die christliche Gemeinde und bestätigt die Taufe. Auch wenn man nach der Taufe ein vollwertiges Kirchenmitglied ist, erhält man durch die Konfirmation die Rechte zu Kirchenwahlen in der Gemeinde und die Befugnis an jedem Abendmahl teilzunehmen (auch wenn das Abendmahl ein Recht eines jeden Gläubigen im evangelischen Glauben ist). Getauft werden die meisten immer noch im Babyalter und können so diese Entscheidung nicht selber bestätigen. Daher soll die Bejahung des christlichen Glaubens noch einmal im jugendlichen Alter stattfinden. Deswegen sollte gerade die Entscheidung zur Konfirmation autonom vom Kind getroffen werden. Je nach Gemeinde ist der Konfirmationsunterricht mit unterschiedlichen Pflichten verbunden. Der Konfirmationsunterricht schließt sich in der Regel aus dem theoretischen und praktischen Unterricht zusammen, der Umfang dieses Unterrichts wird dabei von den Gemeinden selbst bestimmt. Zu jedem Konfirmationsunterricht gehören jedoch die Besuche von Gottesdiensten und das Engagement in der Gemeinde, beispielsweise durch die Mitgestaltung des Krippenspiels oder verschiedener Gottesdienste. Der Unterricht dient dazu, Kinder religiös aufzuklären und darin mündig zu machen. Neben dem schulischen Religionsunterricht erhalten Kinder die Möglichkeit in kleineren Gruppen Fragen zu stellen und besonderen religiösen Interessen nachzugehen. Da der Unterricht meist in der eigenen Gemeinde stattfindet, kennen die Kinder die anderen aus ihrer Gruppe, beispielsweise durch die Schule oder den eigenen Freundeskreis. Daher ist der Konfirmationsunterricht oft eine einmalige, ganz private und schöne Erfahrung für Kinder. Die Kinder stehen hier nicht unter dem schulischen Leistungsdruck und können sich entspannt auf die neue Wissensvermittlung einlassen. Welchen Weg sie dabei einschlagen, bleibt Ihnen überlassen.

In der Regel wird der Konfirmationsunterricht zwei Jahre erteilt, dann folgt die Konfirmation in der Kirche. Die Kinder suchen sich schon vorher einen Konfirmationsspruch aus, der sie meistens ein Leben lang begleitet. Die Suche nach dem richtigen Spruch hilft den Kindern dabei oft, sich selber kennenzulernen und besser zu verstehen, es erfolgt eine eigene Identifikation mit der Bibel, ohne Vorschriften und Regeln.

Die Konfirmation ist ein sehr familiäres und schönes Ereignis, verbunden mit einem auf die Kinder abgestimmten Gottesdienst.

Nach dem Gottesdienst feiern die Familien oftmals alleine die Konfirmation des Kindes. Dabei erhält das Kind Geschenke mit auf seinem Weg. Am weitesten verbreitet ist das Schenken von Geld, da das Kind durch die Konfirmation eine andere Stellung in der Gemeinde bekommt, wird es nun auch als Erwachsener angesehen. Daher wird das Geld als Zeichen der neugewonnenen Selbstständigkeit verwendet, da die Kinder sich mit dem Geld kaufen können, was sie wollen.

Natürlich kommt es in der Konfirmationszeit nicht auf die Geschenke an, sondern auf das Miteinander und die Erfahrungen des Kindes. Daher sollten Sie sich persönlich überlegen, ob und was Sie verschenken wollen. In der Regel werden von allen Bekannten und auch aus der Gemeinde Karten versendet, die zur Konfirmation beglückwünschen. Mehr Ideen zur Beschenkung finden Sie hier.

Letztendlich lässt sich die Stellung zum christlichen Glauben und dem Brauchtum nur von jedem selbst definieren. Eine Konfirmation ist heute aber nicht unüblich, sondern sollte eher selbstbestimmt entschieden werden, da es auch um Verantwortung in der Gemeinde geht. Ob Ihr Kind besonders christlich aufgewachsen ist oder nicht, sollte für diese Entscheidung keine Rolle spielen. Geben Sie Ihrem Kind die Möglichkeit über die Freude, aber auch die Pflichten nachzudenken und drängen Sie es nicht zu einer Konfirmation oder probieren Sie es dem Kind auszureden. Auch Familien, die ihre Kinder nicht christliche erziehen, sollten ihren Kindern die Möglichkeit geben, religiöse Erfahrung zu sammeln.

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