13.08.2025 2 Min. Lesezeit
Ferien im Regen und trotzdem schön
Es sollte der Sommer unseres Lebens werden. Wir haben uns auf Freibadpommes gefreut, auf warme Abende im Garten, auf Radtouren mit Eispausen. Stattdessen prasselt es seit Tagen vom Himmel, als hätte irgendjemand da oben vergessen, den Wasserhahn zuzudrehen.
Erst ärgert man sich. Dann schaut man in diese erwartungsvollen Kinderaugen – und merkt, dass Regen vielleicht nur ein anderes Abenteuer ist. Kein schlechteres, nur ein anderes.
Wir ziehen die Gummistiefel an, stapfen durch Pfützen, lachen über den Schlamm, der an den Hosen hochspritzt. Die Kinder messen, wer den höchsten Spritzer schafft, und irgendwie fühlen wir uns dabei alle ein bisschen frei. Ja, wir sind nass. Aber wir sind auch zusammen.
Drinnen verwandelt sich das Wohnzimmer in eine kleine Abenteuerwelt. Wir backen Pizza, belegen sie völlig schief und überladen, weil jeder seine Lieblingszutaten will. Während sie im Ofen knuspert, bauen wir mit Decken und Stühlen eine Höhle, in der es später Popcorn gibt und einen Film, den die Kinder selbst aussuchen. Das Licht ist gedimmt, draußen trommelt der Regen an die Scheiben – drinnen ist es warm und gemütlich.
An einem anderen Tag entdecken wir das Museum in der Stadt, von dem wir seit Jahren sagen: „Da müssen wir mal hin.“ Wir streifen durch Ausstellungen, drücken Knöpfe, lauschen Geschichten. In der Bibliothek lassen wir uns zwischen Regalen treiben und finden Bücher, die uns sonst nie in die Hände gefallen wären.
Und plötzlich ist dieser verregnete Sommer nicht mehr nur ein Ersatzplan. Er ist ein Kapitel, das wir uns später lachend erzählen werden: Weißt du noch, als es eine Woche lang nur geregnet hat und wir diese riesige Pfütze im Park gefunden haben?
Manchmal macht nicht das Wetter die Ferien besonders, sondern das, was man zusammen daraus macht.
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